In den Christlichen Gästehäusern Hohe Rhön sind Gepa-Produkte nicht willkommen!

Die SMD und die Christlichen Gästehäuser Hohe Rhön in Bischofsheim erfreuen sich einer langjährigen, historisch gewachsenen Zusammenarbeit die der Leiter & Gründer der Gästehäuser, Fritz Schroth, immer sehr wohlwollend betont. Für Veranstaltungen der naturgemäß finanziell schwachen Hochschul-SMD (Studenten haben einfach nicht viel Geld) erhält die SMD sehr gute Konditionen damit die SMD-Studenten keine Niere verkaufen müssen um an Leiterschulungen und so Späßen teilzunehmen. Das ganze ist aber natürlich auch eine prestigeträchtige PR-Maßnahme für die Gästehäuser, SMD-Generationen sind kurz, dementsprechend viele christliche Studenten lernen die Gastfreundschaft der Gästehäuser kennen & schätzen und kehren wohl auch später wieder zurück, ob privat oder mit anderen Gruppen (wie zum Beispiel der Akademiker-SMD).

Aus diesem Grunde dachte ich auch, dass es kein Problem sein sollte, wenn wir von der Hochschul-SMD mal mit einer Sonderanfrage an das Haus herantreten. Wir hatten uns mit der Frage sozialer Verantwortung als Christen beschäftigt und im Zuge dieser Diskussion war es uns wichtig geworden, darauf zu achten, dass bei SMD-Veranstaltungen die konsumierten Produkte aus lokal & global sozialverträglicher Produktion stammen. Insbesondere bei Luxus- & Import-Lebensmitteln wie Schokolade und Kaffee ist uns das wichtig. Als exemplarische Maßnahme wollten wir eine Möglichkeit anbieten sich auf der SMD-Leiterschulung über Fairtrade-Produkte (in diesem Falle von gepa) zu informieren und eine kleine Auswahl (Schokolade & Knabbersachen) auch zu kaufen. Dies war im Jahr zuvor bereits schon mal durchgeführt worden und kam eigentlich recht gut bei den Teilnehmern der Veranstaltungen an, daher dachte ich, dass die diesjährige Anfrage kein Problem darstellen sollte, und schrieb eine kurze eMail an den Junior-Chef des Hauses, Stefan Schroth.

Die Antwort kam recht überraschend und war eine doch relativ rüde Zurückweisung. Herr Schroth Jr. teilte uns mit, dass die letztjährige gepa-Verkaufsaktion ein totaler Reinfall war und die Produkte sich nicht verkauften. Darüberhinaus seien die Produkte “teuer und haben eine sehr schlechte (Stiftung Warentest) Qualität – und der Geschmack lässt auch zu wünschen übrig.” (wörtliches Zitat, eine Pressemeldung zum Stiftung Warentest-Test gibts: hier). Mit einer Belehrung, dass es sicherlich sinnvollere Wege gäbe Zeichen für das Thema zu setzen bat Herr Schroth den Leitungskreis um Verständnis, dass die Gästehäuser keinen Verkauf der Produkte durchführen möchten. Ich musste bei dieser eMail erstmal schlucken. Eine Absage mit Verweis auf vertragliche Prinzipien hätte ich zwar schade gefunden, aber immer noch angemessen und verkraftbar. Eine schulmeisterliche Belehrung empfand ich schon als mittlere bis grobe Frechheit, beschloss aber nach Rücksprache mit den anderen Leitungskreismitgliedern noch einmal eine eMail zu schreiben und den Gästehäusern mitzuteilen, dass wir die finanziellen und organisatorischen Bedenken der Gästehäuser verstehen und den Vorschlag machen könnten den Verkauf der Produkte selbst zu organisieren und dann natürlich auch das finanzielle Risiko (das sich im 2-stelligen €-Bereich befunden hätte!) selbst zu tragen. Hierauf kam eine Mitteilung, dass der Verzehr & Verkauf mitgebrachter Lebensmittel prinzipiell nicht zulässig sei und dass die Gästehäuser insbesondere den Verkauf von gepa-Produkten nicht wünschen. Weitere eMails meinerseits, von denen eine zugegebenermaßen recht deutlich und ehrlich bezüglich meiner Meinung war, blieben unbeantwortet.

Sicherlich haben die Gästehäuser das Recht zu entscheiden welche Produkte sie unterstützen und welche nicht. Aber angesichts der Tatsache, dass sich Herr Schroth Sr öffentlich mit der Unterstützung des ökologischen & nachhaltigen Landbaus in der Hohen Rhön schmückt, die Bedeutung sozialpolitischen Engagements betont und dementsprechent hochrangige Polit-Lobby betreibt (so gehört auch unter anderem Herr Beckstein zu den besseren Freunden des Hauses) erscheint mir persönlich die Ablehnung unserer doch eher geringfügigen Anfrage höchst ambivalent. Besonders schade finde ich dies auch unter dem Aspekt, dass die SMD ein Gast ist, welcher in Bischofsheim auch Tagungen zur Thematik globale Armut veranstaltet. Ein Entgegenkommen bei inhaltlich begründeten Sonderwünschen wäre hier sicherlich angebracht.

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One Response to In den Christlichen Gästehäusern Hohe Rhön sind Gepa-Produkte nicht willkommen!

  1. Alex says:

    hey… ist lang nichts mehr passiert hier! blogst du noch? Ich schau immer wieder vorbei und es tut sich nichts… schade!
    LG Alex

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