Es ist ja nun doch einmal so: wenn die Dinge des christlichen Glaubens, wenn unser Vertrauen zu Gott und seinem Wort genau ausgesprochen werden soll, sozusagen in seiner Eigentlichkeit — und es ist immer wieder bitter notwendig, dass das geschieht, damit die Dinge klar werden — dann wird es unvermeidlich sein, dass in aller Unverzagtheit die Sprache Kanaans ertönt. Denn gewisse Lichter und Wegweisungen und tröstliche Warnungen lassen sich direkt eben nur in dieser Sprache sagen. Wer da etwas zu feinfühlig sein wollte und allzu zart mit seiner Seele umgehen wollte — ich glaube, aber mein Glaube ist so tief und innerlich, dass ich die Worte der Bibel nun einmal nicht über meine Lippen bringe, dass es mir schwer fällt, den Namen Gottes auszusprechen, geschweige denn den Namen Christi oder gar des Blutes Jesu Christi oder des Heiligen Geistes — wer so reden wollte, dem würde ich sagen: Lieber Freund, du magst ein sehr innerlicher Mensch sein, aber sieh zu, dass du gewürdigt wirst, deinen Glauben öffentlich zu verantworten.
Karl Barth. §4 Glauben heisst Bekennen. Grundriss einer Dogmatik
Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen.
Römer 1,16